An der diesjährigen E-Commerce Connect Konferenz im Kaufleuten Zürich Ende Mai kamen wir in den Genuss der Keynote von Karin Frick, Leiterin Research GDI. Der Titel ihres Referats: Shopping-Trends – Wie und wo wir morgen einkaufen.

Die Studie, an der Karin Frick und ihre Kollegen vom GDI zur Zeit arbeiten, heisst Das Ende des Konsums. Dieser Titel liess dem einen oder anderen Zuhörer am 31. Mai sicherlich die Nackenhaare zu Berge stehen.

Allerdings relativierte Karin Frick sofort: Sie würden nicht glauben, dass in Zukunft nicht mehr eingekauft wird, sondern dass sich die Landschaft sehr fundamental verändern werde.

Mit welchen Veränderungen gerechnet werden müssen, stellte sie in ihrer Keynote vor:

Der Trend von der Dematerialisierung des Konsums geht weiter: Waren werden ersetzt durch (vernetzte) Dienstleistungen.

Begriffe von heute funktionieren morgen nicht mehr: Heute spricht man von einem Konsumenten, bei dem ein Produkt im Vordergrund steht.

Morgen werden wir jedoch von Nutzern sprechen: Dann steht die Beziehung zu den Nutzern im Mittelpunkt und die Interaktion mit ihnen.

Vom Consumer zum Nutzer: Das sind die Begriffe von morgen.

Der Trend zum Sharing (Sharing Economy) wird sich weiter etablieren. Heute im Übernachtungsgewerbe schon weitgehend genutzt (Airbnb), wird er auch vor anderen Branchen nicht Halt machen, etwa in der Mode.

Ein Beispiel: Finery, ein System, welches das Organisieren und Optimieren des eigenen Kleiderschranks unterstützt. Besonders spannend werde dieses Konzept, so Frick, wenn die eigenen Kleiderschrank-Daten mit denjenigen der Nachbarin verknüpft werden.

Die Erlebnisqualität beim Einkaufen werde sich mit Virtual-Reality-Technologie grundlegend verändern, die Shopping-Realität wird erweitert. So mache es dann auch keinen Sinn mehr, von E-Commerce zu sprechen, sagt Karin Frick:

Die Unterscheidung zwischen on- und offline macht keinen Sinn mehr. Das ‚E‘ könnte man heute schon streichen. Es geht um Commerce.

Die Geschwindigkeit bei der Lieferung wird zunehmen. Mit elektronischen Türschlössern werde das Problem der letzten Meile künftig gelöst.

In der Zukunft wird auch ein Handel ohne Händler zum Thema: Käufer und Verkäufer tauschen sich direkt aus – bezahlt wird mit Kryptowährung. Ein Beispiel: Open Bazaar.

Die Ära der Apps wird mit zunehmender Popularität der Smart Assistants vorbei sein. Die Assistenten werden die Kunden beim Einkaufen unterstützen oder ihnen die Arbeit ganz abnehmen. Künftig werden die Anbieter bzw. deren Bots also mit den smarten Assistenten ihrer Kunden interagieren. Es wird eine M2M-Kommunikation (Machine-to-Machine-Kommunikation) stattfinden und es werden nicht mehr Menschen, sondern Maschinen einkaufen.

Karin Frick ermöglichte mit ihrer Keynote einen wertvollen Blick in die Zukunft. Diese Erkenntnisse sollten von den Händlern von heute verinnerlicht werden, um für die Nutzer von morgen und deren Einkaufs-Verhalten weiterhin relevant zu bleiben.

Weitere erhellende Erkenntnisse der Studie erfahren Sie im Video der kompletten Keynote.

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